Das Montessori-Profil der Gartenschule
Die Gartenschule Karlsruhe versteht sich als Montessori-Grundschule. Als solche strebt sie danach, in möglichst hohem Maße den Grundgedanken und Prinzipien der Montessori-Pädagogik gerecht zu werden und diese in eine Praxis umzusetzen , die dem Wohl des Kindes und seiner Persönlichkeitsentwicklung dient.
Sie verpflichtet sich auf die in ihrem Montessori-Leitbild festgelegten Grundlinien. An diesen misst sie sich selbst und will sie sich messen lassen.
1. Montessoris Bild vom Kind
-„Das Kind ist der Baumeister seiner selbst.“
-Das Kind ist kein Mängelwesen, sondern kompetent.
-Jedes Kind trägt in sich ein inneres Geheimnis und einen eigenen Bauplan: seine Potenziale.
-Jedes Kind ist von Anfang an ein einmaliges, unverwechselbares Individuum, das seine Persönlichkeit bilden und zur Entfaltung bringen will.
-Jedem Kind wohnt eine spontane Neugier inne.
-Jedes Kind besitzt einen unbändigen Drang nach Tätigkeit.
-Jedes Kind strebt nach Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Es strebt von sich aus nach Vervollkommnung seiner Fähigkeiten.
-Das Grundschulkind will Großes und Ganzes, Orientierung und Überblick, Bedeutungsvolles und Geheimnisvolles, Zusammenhänge statt Einzelheiten.
-Das Grundschulkind hat einen großen Hunger nach Wissen.
-Das Grundschulkind will seinen Aktionsbereich erweitern. Moralische und soziale Fragen werden wichtig.
-Das Grundschulkind schreitet voran auf dem Weg zur Abstraktion und zur Ablösung vom Material.
2. Pädagogische Grundsätze und Ziele der Montessori-Grundschule
-Die Montessori-Grundschule sieht als höchstes Ziel, die Persönlichkeitsbildung und die Entfaltung der Potenziale jedes Kindes zu ermöglichen.
-Sie will die Kinder zu Selbstständigkeit und Unabhängigkeit leiten.
-Sie unternimmt daher alle Anstrengungen, das Kind für seine Entwicklung freizugeben, dem Kind Hilfe zum Selbstständig-Werden und Unabhängig-Werden in der Form minimaler Hilfe zur Selbsthilfe angedeihen zu lassen.
-Sie sieht ihre Hauptaufgabe nicht darin, Hindernisse wegzuräumen, sondern Kinder stark zu machen zur eigenen Bewältigung von Hindernissen.
-Sie verfolgt die Idee einer Pädagogik der Freiheit.
3. Grundsätze des Lernens in der Montessori-Grundschule
-Lernen ist entwicklungsbezogen. Die Inhalte müssen sich nach den Sensibilitäten, Entwicklungsbedürfnissen und Interessen der Kinder richten.
-Lernen ist individuell. Was ein Kind lernt, lernt es selbst. Jedes Kind hat seinen eigenen Lernzugriff und sein Lerntempo, seine individuellen Lernvoraussetzungen und seine Interessen. Lernen kann nicht im Gleichschritt erfolgen.
-Nachhaltiges Lernen ist selbstgesteuert. Dazu ist Freiheit notwendig.
-Kinder besitzen eine natürliche Neugier. Es kommt vor allem darauf an, ihre Be-geisterung und ihr Interesse zu wecken.
-Intrinsische Motivation fördert Lernen mehr als ein Lernen mit Noten.
-Am meisten und am nachhaltigsten lernt man durch Erfahrung und nicht durch Belehrung mit Worten. Das Kind soll autodidaktisch lernen können und dabei unterstützt werden.
-Kinder lernen am besten durch Handeln. Kinder brauchen daher Gegenstände zum Handeln, Materialisierungen von Ideen und Lerninhalten, freie Wahl, individuelle Arbeit, eine vorbereitete Umgebung und freie Arbeit.
-Wichtige Grundlage schulischen Lernens sind die Wahrnehmungsleistungen der Sinne. Gefühle und ästhetische Empfindungen begleiten das Lernen.
-Lernen und Bewegen gehören zusammen.
-Kinder lernen mit anderen und von anderen. Lernen in altersgemischten GruppenfördertKooperation statt Konkurrenz und Inklusion statt Selektion.
-Da das Kind eine Einheit von Geist, Emotionen und Tätigkeit ist, muss Lernen ganzheitlich sein.
-Fehler sind notwenige Erscheinungen beim Lernen, wogegen Angst vor Fehlern Lernen beeinträchtigt.
-Wesentlicher Bestandteil von Lernen ist das Wiederholen. Dazu braucht es Zeit und freie Gelegenheit.
-Eine Grundbedingung des Lernens ist die Polarisation der Aufmerksamkeit. Im Stadium hoher Aufmerksamkeit entwickeln sich Charaktereigenschaften und formt sich ein Kind. Wichtiges Ziel ist daher der Aufbau einer stabilen Arbeitshaltung und einer freiwilligen Disziplin.
-Lernen ist zu verstehen alsAufbau von inneren Ordnungen. Äußere Ordnung, Strukturen und klare Kategorien sind dafür besonders hilfreich.
-Im Sinne einer kosmischen Erziehung hat das Allgemeine und Ganze stets Vorrang vor den Einzelheiten, damit dasKind Zusammenhänge erkennen und Orientierung gewinnen kann.
-Verstehenden Lernens hat Vorrang vor reproduzierendem Lernen.
-Lernen ist beides zugleich: Selbsterziehung und Selbstbildung.
4. Grundsätze des Lehrens in der Montessori-Grundschule
5. Grundsätze für die Schul- und Unterrichtsorganisation in der Montessori-
Grundschule (6-12 J.)
-Leitkonzept der Montessori-Grundschule ist die kosmische Erziehung. Das Kind begegnet großen Themen, die nicht in Einzelheiten zersplittert, sondern als Ganzes gegeben werden, damit es Orientierung und Überblick gewinnen und Zusammenhänge verstehen kann. Im Kind sollen Interesse und Begeisterung geweckt, propädeutisch der Keim für die Wissenschaften gelegt und vernetztes Denken und Ab-
strahieren gefördert werden.
-Mathematik und Sprache sind die tragenden Säulen der kosmischen Erziehung.
-Freies Arbeiten in einer speziell nach Montessori-Standards vorbereiteten Umgebung und die Gewährung von Freiheit zur sinnvollen und friedlichen Gestaltung und Regelung des Gemeinschaftslebens sind der Kern des Unterrichts.
-Wo es möglich und zu leisten ist, wird eine Öffnung der Schule nach außen angestrebt.
-Alle Klassen der Schule sind aus vier Jahrgangsstufen altersgemischt.
-Als Schule in staatlicher Trägerschaft verpflichtet sich die Montessori-Grundschule zur Erreichung der in den Bildungsplänen für die Kinder festgelegten Kompetenzen.
-Bis auf die Fälle, wo durch Rechtsvorschriften bindend und unausweichlich Noten für Zeugnisse erteilt werden müssen, verfolgt die Montessori-Grundschule den Grundsatz eines Lernens ohne Noten.
-Alle Kinder erhalten jedoch regelmäßig Rückmeldung über ihre Lernentwicklung und ihren Lernerfolg. Liegt der Lernerfolg unter dem Durchschnitt des Mindestanforderungen, verpflichtet sich die Schule zum Angebot von Fördermaßnahmen.
-Die Montessori-Grundschule sieht als perspektivische Ziele für ihre Weiterentwicklung Inklusion und gebundene Ganztagsschule. |